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Aleppo Palmyra Bosra Baalbek Damascus

 

Aleppo, Tausendundein Bazar

 

Aleppo, die alte syrische Stadt, ist von jeher ein großer Marktplatz gewesen. Nichts ist reizvoller als in dieser arabischen Stadt in das endlose Gassengewirr des Suks einzutauchen.

Hinter dem Antiocha-Tor aus dem 12. Jahrhundert beginnt der Suk - ein Basar aus kilometerlangen, größtenteils überdachten Ladenstraßen, die nach Waren streng geordnet sind. Hier wird gehandelt, gefeilscht, gekauft oder Tee getrunken.

Aleppo hat griechische Wurzeln. Im 3. Jahrhundert vor Christus wurde die Stadt schachbrettartig angelegt. Damals bildete die Agora, der griechische Marktplatz, den Mittelpunkt der Stadt. Hier steht heute die große Omayadenmoschee und unweit davon die größte Karawanserei Aleppos, der Khan al Wazir, die im 17. Jahrhundert erbaut worden war. Wüstenscheichs kamen mit ihrem Gefolge und den Kamelen in die Stadt, heute warten Esel und Kleinlieferwagen auf die Händler.

Den besten Blick auf die Stadt bietet die prächtige Zitadelle, die hoch über der Stadt auf dem Burgberg thront und die Residenz der Mamelukken-Sultane war. Der Legende nach weidete Abraham, der Stammvater der Juden und Araber auf dem Burgberg seine Herden.

Der Film von Jens Dücker lädt ein, mit einem Händler in das Gewirr des Basars einzutauchen, das unverwechselbare Flair der Altstadt zu erleben, und erzählt die Geschichte einer typischen Handelsstadt des Nahen Ostens, die stets ein Scharnier zwischen den Kulturen war.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Altstadt mit der auf dem 275x375 m großen ovalen Burgplateau gelegenen Zitadelle mit dem 27x24 m großen Thronsaal, dem Hammam al-Labadiya, einem der schönsten Bäder Syriens, mit dem ersten osmanischen Bau der Stadt, der Moschee al-Khosrowiya, mit der Medrese as-Sultaniye (13. Jh.), mit dem Kunsthandwerksmarkt Khan ah-Shuna und dem 12 km langen Basar

UNESCO-Ernennung: 1988

ca. 1900 v. Chr. erste Quellen, die eine Siedlung bzw. Stadt benennen.

3. Jh. v. Chr. hellenistische Siedlung mit rechtwinkligem Straßenraster durch Seleukos Nikator

636 Einzug arabischer Eroberer durch das Antiochia-Tor (Bab Antikiya)

1167 Bau der Abraham-Moschee  /  1213 Bau der Großen Moschee

1230 Bau des Palastes des Ajjubiden al-Aziz auf dem Burghügel

1354 Bimaristan Arghuni, das alte Hospital

1516 nach der Eroberung Syriens durch die Osmanen unter Sultan Selim I. wird Aleppo ein »nahöstliches Hongkong«

1537 Bau der Moschee al-Khosrowiya  /  1682  Karawanserei Khan al-Wazir

1822 bei schwerem Erdbeben großer Teil der Stadt zerstört

Palmyra, Die Königin der Wüste

Palmyra, das ist die Palmenreiche, die große Oase auf halbem Weg zwischen Euphrat und Mittelmeer. Eine arabische Stadt, die auch zu römischer Zeit unabhängigen Handel betrieb.

Im 2. und 3. Jahrhundert war Palmyras große Zeit. Das Geschäft mit den Karawanen blühte. Der wirtschaftliche Erfolg brachte Palmyra auch politische Macht. Hier residierte der Statthalter der römischen Provinz des Orients. Die Erscheinung und das Leben in der Stadt wurde nach römischem Vorbild verändert. Es entstand ein Forum, ein Amphitheater, Tempelanlagen und Straßen.

Die Geschichte Palmyras sind aber nicht nur imposante Bauwerke, es ist auch die Geschichte von Menschen, die das Geschick dieser Stadt gelenkt haben.

Der Film erzählt von der schönen Zenobia. Sie selbst ernannte sich zur Königin von Palmyra und eroberte Ägypten, die Kornkammer des Römischen Reichs. Doch Zenobia wird von den Römer geschlagen und muß mit ihnen die Stadt verlassen. Palmyra wird verschont. Aber die Stadt erhebt sich ein zweites Mal, kurz nach dem Abzug der Truppen und diesmal kennen die Römer keine Gnade: Palmyra wird geplündert und geschleift. Doch der Mythos, der zwischen den großen Ruinen im Wüstensand geblieben ist, ist auch heute noch lebendig.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: 10 qkm große Ruinenstadt

UNESCO-Ernennung: 1980

um 7000 v. Chr. nachweislich jungsteinzeitliche Besiedlung

32 n. Chr. Weihe des Heiligtums des Baal

129 Besuch Kaiser Hadrians

um 212 Status einer Colonia

269-72 Blütezeit des palmyrischen Reiches unter Königin Septimia Zenobia

273 Zerstörung der Stadt auf Befehl Aurelians

274 vermutlich Hinrichtung Zenobias in Rom

297 Errichtung eines Heerlagers / 4. Jh. Bischofssitz

um 1620 Entdeckung durch den Italiener Pietro de la Valle

1721 Veröffentlichung erster Stiche der Ruinenstadt durch Fischer von Erlach, Baumeister des Barockkaisers Karl VI.

 

Bosra, Bastion im Morgenland

Bosras Ruf klingt vor allem nach Musik. 1800 Jahre nach seiner Erbauung durch die Römer gilt das Theater von Bosra nicht nur als das am besten erhaltene Bauwerk seiner Art. Und noch heute schätzen Musiker und Orchester aus aller Welt seine besondere Akustik.

Nach Westen das Mittelmeer, nach Osten der Persische Golf, nach Norden der Euphrat, im Süden das Rote Meer. Bosra lag am Schnittpunkt der großen Karawanen zwischen Ostasien und Europa, im Herzen des Morgenlandes. Kreuzweg der Christen, Pilgerweg der Gläubigen nach Mekka. Aber zuvor trafen sich die Wege der Kamele und Pferde der Nabatäer und Nomaden bis die Römer das Land besetzten und eine Großstadt in die Wüste bauten.

80.000 Einwohner und eine luxuriöse Stadtgestaltung mit Bädern und Gärten, Kolonnaden und unterirdischen Märkten für die Hauptstadt der römischen Provinz Arabien. Auch beim Bau des legendären Theaters wurde nicht gespart. Großartig geplant und aus hartem Basalt errichtet für die Ewigkeit. 15 bis 20 Tausend Zuschauer hatten darin Platz und von den oberen Rängen einen weiten Blick auf die fruchtbare Ebene des Hochlandes der Landschaft Hauran. Bosra lag immer am Schnittpunkt der Kreuzwege der Geschichte. Die Basilika zeugt von frühchristlicher Bekehrung, die Moscheen von islamischer Eroberung. Das römische Theater wurde im 12. Jahrhundert zur arabischen Festung ausgebaut. Ummauert mit den Steinen der Ruinen römischer Herrschaft. Das hat viele frühere Gebäude gekostet, aber dazu beigetragen, dass der Klang von Bosra noch heute sein faszinierendes Echo in die Welt trägt.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: römisches Theater für 15000 Zuschauer und Therme, byzantinisches Zentrum mit Kathedrale; arabische Zitadelle, Al-Khider-Moschee und Medrese des Abu al-Fida

UNESCO-Ernennung: 1980

106 Eroberung durch römische Truppen, Hauptstadt der Provincia Arabia

2./3. Jh. Bau des römischen Theaters um 300 Sitz eines Metropoliten

512/13 Bau der Kathedrale von Bosra / 634 arabische Eroberung

11. Jh. Bau einer arabischen Festung um das römische Theater

1112/13 Bau der Freitagsmoschee von Bosra, Djami al-Umari

1134 Bau der Al-Khider-Moschee / 1211-51 Ausbau der Festung

1225/26 Medrese des Abu al-Fida

1947-70 Freilegungsarbeiten im Innenraum des römischen Theaters

1990 westlich des Theaters Spuren eines Amphitheaters oder Hippodroms entdeckt


 

Damaskus, Perle in der Wüste

Wenn die Karawanen in das Stadtgebiet einzogen, wurden sie empfangen von üppigem Grün, sprudelnden Wasserfontänen, kühlender Architektur. Damaskus, der Name klingt schon in den Ohren nach Verzauberung, nach Märchenland.

Das vollendetste Beispiel Damaszener Hausarchitektur ist der ehemalige Wohnort der Familie Azem.

So haben die Dichter auch die syrische Stadt gepriesen: als die Geheimnisvolle, die Lebendige, die Mutter aller Städte, die Perle des mittleren Ostens.

In einer der größten und fruchtbarsten Oasen Vorderasiens gelegen, zieht der Ort seit Jahrtausenden die Menschen magisch an. Das hat die Metropole am Fuße des Berges Qassyun zu einer der ältesten Städte der Menschheitskultur gemacht. Damaskus, schillernd wie die vielen Völker, die sich hier niederließen, heilig wie die großen Religionen, die hier aufeinander treffen, betriebsam und nimmermüde das Handelszentrum, die Schnittstelle zwischen Ost und West. Seit vier tausend Jahren eine kontinuierliche Stadtgeschichte, die heute genauso dynamisch ist wie zu Zeiten der Pharaonen, der Römer, der Omajjaden, der christlichen wie islamischen Bekehrung.

Karawanserei: Die "Khan Asad Pascha", eine Karawanserei im Herzen der Altstadt...

"Wenn es das Paradies auf Erden gibt, dann gehört Damaskus ohne Zweifel dazu, und wenn das Paradies im Himmel liegt, dann ist Damaskus sein irdisches Gegenstück", schrieb der andalusische Reisende Anfang des 12. Jahrhunderts. Wer heute durch die endlosen, schattigen Souks der Altstadt zeiht, vorbei an den prächtigen Karawansereien, Hamams, Koranschulen und Palästen, kann zwischen all den kunstvollen Mauern immer wieder eintauchen in die üppigen Gärten, die im Innern der Häuser verborgen liegen. Die arabische Welt offenbart sich hier wie nirgendwo sonst in ihrer authentischen Vielfalt.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: u.a. Medina, die Omajjaden-Moschee, Hospital Bimaristan Nur ad-Din; die Medrese Zahiriye, das Grabmal Saladins, die Paulus-Kapelle

UNESCO-Ernennung: 1979

1470 v. Chr. urkundlich auf ägyptischer Hieroglyphentafel erwähnt

332 v. Chr. Eroberung durch Truppen Alexanders des Großen

64 v. Chr. Einzug der Römer / 7./8. Jh. Sitz der omajjadischen Kalifen

705-15 Bau der Großen Moschee

1401 Überfall der Mongolen, Verschleppung der künstlerischen und geistigen Elite nach Samarkand

ab 1516 übernehmen Osmanen die Stadt für die nächsten 400 Jahre

1898 Besuch Kaiser Wilhelms II / 1920 Sitz der französischen Mandatsregierung des Völkerbundes

1946 Abzug der französischen Truppen

Baalbek, Die Säulen des Jupiter

Baalbek ist eine Stadt im Osten des Libanons zwischen den Flüssen Litani und Asi. Der Name bedeutet "Stadt Baals" und bezog sich auf den Sonnengott, den die Griechen mit ihrem Gott Helios gleichsetzten.

Baalbek - Die Säulen des Jupiter

Der große Sonnentempel maß etwa 49x88 Meter und enthielt 58 korinthische Säulen. Der Tempel scheint auf einem künstlichen Erdhügel errichtet worden zu sein. Der Jupitertempel, ebenfalls im korinthischen Stil, maß 69,2x35,7 Meter und war von 42 einfachen Säulen umgeben. Der Bacchustempel befindet sich vor dem Jupitertempel, an den der kleine Venustempel, von sechs Granitsäulen getragen, anschloss. Von einer christlichen Basilika aus dem 4. Jahrhundert nach Christus sind Überreste erhalten.

Die Ursprünge Baalbeks sind wohl in phönizischer Zeit zu suchen. Die Griechen nannten die Stadt Heliopolis. Unter der Herrschaft des römischen Kaisers Augustus war Baalbek Kolonie. Durch Erdbeben im 17. und 18. Jahrhundert wurden die noch erhaltenen Bauwerke in Schutt und Asche gelegt.

Daten & Fakten

Kulturdenkmal: Ruinen von Baalbek

UNESCO-Ernennung: 1984

115 v. Chr. durch Ituräer Besiedlung der »Sonnenstadt« (»Heliopolis«)

47 v. Chr. römische Garnisonsstadt Colonia Julia Augusta Felix Helipolitana

um 14 unter Kaiser Augustus Baubeginn der noch heute vorhandenen Tempelanlagen

193-211 Regentschaft des Kaisers Septimius Severus / 211-17 Kaiserzeit von Caracalla

244-49 unter Kaiser Philippus Arabs Vollendung des sechseckigen Vorhofes

306-37 unter dem römischen Kaiser Konstantin offizielle Schließung der Tempel von Baalbek

635 Beginn der Herrschaft der Omajjaden / 1176 Besetzung durch ein Kreuzfahrerheer

1260 kurzzeitige Besetzung durch die Mongolen / 1664 Zerstörungen durch Erdbeben

1943 Ausgrabungen durch die libanesische Altertumsverwaltung

 

 


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